Der demografische Wandel verschärft den Fachkräftemangel: Fehlen heute schon 1,8 Millionen Beschäftigte, weil die Bevölkerung immer älter wird, werden es 2035 sieben Millionen sein. Wie die Politik gegensteuern könnte.
Foto: dpa/Felix KästleEs ist eine Zahl, die aufhorchen lässt: Bis 2035 könnten mehr als sieben Millionen Beschäftigte auf dem deutschen Arbeitsmarkt fehlen – wenn die Politik nicht gegensteuert. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung , einer Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit.
Eine Möglichkeit ist, mehr Frauen und Ältere in Jobs zu bringen, also ihre Erwerbsbeteiligung zu erhöhen. Bei günstigster Entwicklung würde das 2035 bis zu 3,4 Millionen Beschäftigte mehr bedeuten. Voraussetzung sind laut IAB drei optimistische Szenarien: Erstens müssten die Erwerbsquoten von Frauen ohne deutsche Staatsangehörigkeit im Alter von 15 bis 59 Jahren auf das Niveau von deutschen Frauen gesteigert werden.
Damit all das einen Effekt hätte, müssten ältere Menschen besonders gut und lange in den Arbeitsmarkt integriert werden. Laut IAB wäre das zum Beispiel möglich, indem die Arbeitszeiten kürzer und flexibler gestaltet würden. Und um die Erwerbsquoten von Frauen zu erhöhen, müssten Kinderbetreuungsangebote und mobiles Arbeiten ausgebaut sowie Arbeitszeiten an die Bedürfnisse von Familien angepasst werden.
Weitere Erfolge im Kampf gegen die Folgen des demografischen Wandels könnte die Politik mit Vollbeschäftigung und Arbeitszeiten erreichen, die auf die Präferenz der Beschäftigten ausgeweitet sind. Denn nicht alle, die arbeiten möchten, bekommen auch Arbeit. Das wäre erst bei einervon zwei bis drei Prozent der Fall – derzeit liegt sie bei rund 5,3 Prozent. Und viele Minijobber und Teilzeitkräfte würden gerne länger arbeiten.
Um den Arbeitsmarkt langfristig zu stabilisieren, müsste aber auch die Geburtenrate steigen. Entscheidend dafür ist, dass sichund Familie gut vereinbaren lassen. Da sich Geburten erst mit großer Verzögerung auswirkten, müssten heute schon umfassende Kinderbetreuungsangebote, partnerschaftliche Aufgabenteilung, flexible Arbeitsmodelle und familienpolitische Unterstützung angeboten werden, heißt es vom IAB.
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