350 Angestellte eines Autozulieferers haben ihre geschlossene Fabrik besetzt. Sie fordern, den Standort künftig für klimafreundliche Produktion umzunutzen.
Alarm statt Autoteile: in der GKN-Fabrik in Campi Bisenzio Foto: Michele Borzoni/TerraProject/con/laif
„Es war ein Freitag. Wir wurden informiert, dass wir zu Hause bleiben sollen, es gebe nicht genug Arbeit“, erzählt Ieraci. „Dann kam die Kündigung, wir sind mit über hundert Leuten zur Fabrik gefahren. Dort wartete bewaffnetes Sicherheitspersonal und die Polizei kam.“ Nach diesem Freitag schlossen sich etwa 350 der Arbeiter*innen zusammen und organisierten eine „unbefristete Betriebsversammlung“. Eine legale Form der Werksbesetzung.
Das Kollektiv entstand drei Jahre vor Schließung der Fabrik, die damals 100 Mitglieder wollten sich ursprünglich besser gegen das britische Unternehmen Melrose organisieren, das die Fabrik im selben Jahr übernommen hatte. Seitdem der Betrieb eingestellt wurde, ist das Kollektiv um etwa 250 Personen angewachsen. Alles ehemalige Arbeiter*innen, die sich mithilfe von Kundgebungen oder Soli-Konzerten für eine Zukunft des Werks einsetzen.
Wir stehen auf! Die Arbeiter*innen planen ihre nächste Kampagne Foto: Michele Borzoni/TerraProject/con/laif „Er wollte uns über alles aufklären“, sagt Ieraci. Doch schon sein erstes Versprechen, nämlich persönliche Daten wie die Krankenakten der Beschäftigten freizugeben, habe er gebrochen. Ieraci lacht normalerweise viel, doch wenn er über Borgomeo spricht, zeigt sich eine Zornesfalte auf seiner Stirn.
Nach anderthalben Jahren Kampf merkt man den Arbeiter*innen eine gewisse Müdigkeit an. „Ich habe keine Routine mehr, ich weiß nicht, wann ich Zeit habe zu essen“, sagt Ieraci. Noch wollen sie die Fabrik mit all ihren Bestandteilen nicht aufgeben und an ihrem Plan für eine nachhaltige Verkehrswende festhalten.
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