Eine Verkettung unglücklicher Umstände könnte zum Busunglück in Venedig geführt haben. Ermittler vermuten, dass der Busfahrer einen Schwächeanfall erlitt und das Fahrzeug letztlich aufgrund maroder Infrastruktur in die Tiefe stürzte.
Nach dem schweren Busunglück in Venedig mit 21 Todesopfern geht die Suche nach den Hintergründen des Unfalls weiter. Als Ursache wird weiterhin ein Schwächeanfall des italienischen Busfahrers vermutet. Der verheerende Vorfall hat in Italien allerdings auch eine Debatte über die marode Infrastruktur des Landes ausgelöst. So wird nun vor allem über die Sicherheit der Leitplanken auf Straßen und Autobahnen diskutiert.
Am Dienstagabend kam es in dem Festlandstadtteil Mestre der Lagunenstadt Venedig zu einem verheerenden Unfall. Der Shuttlebus eines Campingplatzes im Stadtteil Marghera - rund drei Kilometer von dem Unfallort entfernt - mit vielen Tagesurlaubern an Bord war von einer Überführungsbrücke auf eine darunter verlaufende Bahnstrecke gestürzt. Das Fahrzeug fing sofort Feuer.
Wäre der Aufprall auf einer Seite erfolgt, hätte es nicht so viele Opfer und schwere Verletzungen gegeben, zitierten italienische Medien einen Feuerwehrmann vor Ort. Der Bus war demnach ursprünglich drei Meter hoch - durch den Aufprall sei er auf rund 1,40 Meter zusammengequetscht worden. Das Buswrack wird nun in einer stillgelegten Lagerhalle aufbewahrt.
Laut "La Repubblica" wurden an dem Geländer seit den 1960er-Jahren keine Wartungsarbeiten mehr durchgeführt. Neben der knapp zwei Meter langen Lücke kritisieren Experten zudem die Beschaffenheit der vorhandenen Leitplanke. Die Leitplanke sei zu dünn und niedrig gewesen. Auch hinter der Leitplanke und der Lücke sei nur ein verrostetes Geländer gewesen, das dem Gewicht des Busses nicht standhalten konnte, wie auf Bildern zu sehen ist.
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