In vielen deutschen Städten setzen sich zunehmend Lastenräder durch: für die Müllabfuhr, den Pflegedienst und sogar für Beerdigungen.
Wenn Lastenräder Autos ersetzen:Rollt doch Als in Aachen kürzlich die ersten 600 Meter Bike Lane nach Radentscheid-Standard feierlich eingeweiht wurden, kaperten auch ein paar NörglerInnen das Mikrofon: Wohin jetzt mit unserem Automobil, Frau Oberbürgermeisterin? Wo soll ich meine Einkäufe ausladen? Wo soll die Pflegerin des alten Nachbarn hin? Der Vorschlag „Fahrrad“ wurde geradezu aggressiv weggelacht: „Hah, Pflegedienst mit dem Rad? Unzumutbar.
Und auch Musik macht mobil: Ein Cellist des Sinfonieorchesters durchquert die Stadt immer per Lastenbike, ein Saxofonist radelt zu Konzerten und Kursen mit den Instrumenten im leuchtend blauen Lasten-Trumm. Woanders gibt es sogar Pianobikes. Auch der Gesundheitssektor hat ständig Aufträge: Gewebeproben fix vom Arzt ins Labor, tiefgekühlte Medikamente aus der Klinikum-Apotheke in die Arztpraxis im Vorort. Früher machte das ein Taxi. Das mehrheitlich grün-rote Aachen unterstützt solch nachhaltigen Transport – dachte man bis Oktober.Seit 2018 wurden in Deutschland 500.000 Lastenräder verkauft, meistens mit E-Antrieb.
Die Stadt designte eilend zudem ein eigenes Verkehrsschild und schraubte es unter die Rad-Verbotsschilder: Lastenbikes frei. Putzig, aber unklar: Was, wenn man per einfachem Elektrobike etwas liefert? Was, wenn der junge Mann vom städtischen Touristenservice mit seiner Pedelec-Sänfte gehbehinderte BesucherInnen hier herfährt? Ist das eine Liefertätigkeit? Sanktioniert sich die Stadt dann selbst mit einem Bußgeld? „Extra3“ kann wohl bald wiederkommen.
Und besonders in Berlin und München dürfte mancher Radkurier schon hindernisfrei ans Ziel gekommen sein, während die dieselnde Konkurrenz von der Letzten Generation nachhaltig ausgebremst wurde. Oder Oldenburg. Da entwickelt Michael Olsen sehr besondere Gefährte, etwa sein fröhlich bunt verziertes E-Hochzeitsrad, mit dem er frisch Vermählte vom Standesamt ins Eheglück strampelt.
Eine Alternative sind Mikrodepots: Alles wird bis in die Stadt per Großraumfahrzeug gebracht, dann umgeladen auf dezentrale Endlieferung. Die „letzte Meile“ wird dann per flexiblem Lastenrad erledigt, das innerstädtisch schneller unterwegs ist und den Zeitverlust der Umladung wieder ausgleicht. Immerhin jedes dritte Paket, schätzen ForscherInnen, ließe sich so per Bike ausliefern.
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