Studie zu Missbrauch im Bistum Münster: Viele Opfer, kaum Konsequenzen

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Studie zu Missbrauch im Bistum Münster: Viele Opfer, kaum Konsequenzen
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Nach mehr als zwei Jahren Forschungsarbeit haben His­to­ri­ke­r*in­nen der Universität Münster ihre Studie zu Missbrauchsfällen im Bistum Münster vorgestellt.

Nach der Pressekonferenz zur Vorstellung der Studienergebnisse spricht Bischof Genn aus Münster Foto: Guido Kirchner/dpa

Die Forschenden der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Bernhard Frings, Thomas Großbölting, Klaus Große Kracht, Natalie Powroznik und David Rüschenschmidt, wurden 2019 vom Bistum Münster beauftragt, arbeiteten aber unabhängig. Das Bistum stellte für die Forschung 1,3 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Betroffenen seien zu 75 Prozent männlich, zu ca. 25 Prozent weiblich und meistens zwischen 10 und 14 Jahre alt gewesen. Von den beschuldigten 196 Klerikern sind die meisten inzwischen tot. Die His­to­ri­ke­r*in­nen konnten 58 ausmachen, die 2019 noch am Leben waren. Etwa 90 Prozent der Beschuldigten aus der Studie blieben ohne strafrechtliche Konsequenzen.

Und weiter: „Jene, die zwar bei einer Besprechung kritischer Fälle anwesend waren, sich im Hinblick auf die Weiterverwendung eines notorischen Serientäters aber nur mündlich oder am Telefon äußern wollten, können heute nicht mehr belangt werden. Die juristische Sichtweise wäscht die Schlauen unter den Vertuschern geradezu weiß.“

„Erzwungene Lernprozesse“ Im Rahmen ihrer Studie bewertet die Forschungsgruppe um Thomas Großbölting die Zusammenarbeit mit dem Bistum Münster als zufriedenstellend. Zu allen wichtigen Dokumenten und Informationen sei ihnen kooperativ Zugang gegeben worden. Auch gebe es seit einigen Jahren eine konsequentere Haltung und Maßnahmen gegenüber Tätern.

Auch am derzeitigen Bischof Felix Genn üben die Stu­di­en­er­stel­le­r*in­nen Kritik. Besonders zu Beginn seiner Amtszeit habe Genn wenig Strenge gegenüber Missbrauchstätern gezeigt, wenn sie Reue gezeigt hätten. Genn habe im Gespräch mit den Forschenden eingeräumt, in diesen Fällen zu sehr als „Seelsorger“ gehandelt zu haben.

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