Sie lässt Pflanzen in ihrer Künstlerinnenhand wuchern. Doch die so verrätselten Arbeiten aus Kohle und manchmal auch aus Öl von Giulia Dall’Olio bergen ein Geheimnis, das viel verrät über jene Leerstelle, die unsere Spezies hinterlässt, wenn sie eines Tages verschwunden sein wird von der Erde.
Nichts weniger als die Frage nach den Folgen der An- und Abwesenheit der menschlichen Spezies stellt Giulia Dall’Olio. Das heißt: Die 1983 in Bologna geborene und heute in Triest am Mittelmeer arbeitende Malerin bewegt sich auf dem naturgeschichtlichen Zeitstrahl entweder am Anfang oder am Ende aller Tage. Was den Betrachter der von ihr in englischer Sprache als „Fragile Paradise“ überschriebenen Arbeiten doch einen kühlen Schauer über den Rücken zu jagen vermag.
Sogleich denkt man an das Gleichnis vom Seerosenteich, das die Exponentialfunktion griffig erklärt: Behutsam geht’s los, aus zwei Blättern werden am zweiten Tag vier, am dritten acht, sodass am Ende der ersten Schöpfungswoche ein Teich von 128 Blättern bewachsen sind. Nach zwei Wochen aber sind es schon mehr als 16000. Die Millionengrenze wird am 20. Tag gerissen, vier Tage später die Milliarde.
Mathias Listl vom Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt kennt das Oeuvre von Giulia Dall’Olio deshalb so präzise, weil er im vergangenen Jahr ihre große Ausstellung „Studio“ in der Kunsthalle Mannheim kuratiert hat. Er befragt die Künstlerin nach ihrem Verständnis der Landschaftsmalerei – die traditionell den Menschen ins Verhältnis zu der ihn umgebenden Welt setzt und dieses auslotet.
Diese „baumartigen Nebel“ repräsentieren die Protagonistin dieser Arbeiten, die Natur selbst nämlich, ihren Formenreichtun und die ihr eigene Selbstähnlichkeit. Zudem sind die einzelnen Malfelder oft angeordnet wie „römische Stadtviertel in einem Planquadrat“ – querformatige Blätter, die fünf mal fünf zu einem Ensemble gefügt sind.
Nicht mehr und nicht weniger als solche existenziellen Fragen formuliert Giulia dall’Olio mit ihrer Serie „Fragile Paradise“.
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