Schon wieder ein Rekord!: Virologin Ciesek erklärt, warum Zahlen jetzt durch die Decke gehen
Die Corona-Zahlen in Deutschland schießen in die Höhe. Noch nie steckten sich so viele Menschen mit dem Virus an wie derzeit. Am Donnerstag meldet das Robert-Koch-Institut erneut einen neuen Rekordwert: Fast 300.000 Menschen infizierten sich binnen der vergangenen 24 Stunden mit dem Virus.Am 10. März hatte die Zahl erstmals in der Pandemie die 250.000 überschritten. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt das RKI mit 1651,4 an - das ist ebenfalls ein Höchststand.
Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus. Sie vermuten also eine hohe Zahl an Fällen, die in den RKI-Daten noch gar nicht erfasst sind. Ein Grund sind die begrenzten Kapazitäten etwa von Gesundheitsämtern, oft werden Kontakte nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr nachverfolgt. „Die gemeldeten Zahlen werden immer weniger brauchbar“, erklärte Statistiker Christian Hesse FOCUS Online. Verantwortlich dafür sei die Tatsache, dass die Zahl der durchgeführten PCR-Tests aufgrund der Priorisierung stark abgenommen habe. „Da nur Fälle mit positivem PCR-Test in die offiziellen Daten des RKI einfließen, wurden zuletzt viele Neuinfektionen nicht erfasst.
Deutschland steht also am Beginn einer sechsten Welle. „Das liegt vor allem daran, dass der Omikron-Subtyp BA.2 noch infektiöser ist als die ursprüngliche Variante“, sagt auch Bioinformatiker Lars Kaderali, der auch Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung ist. Er nennt darüber hinaus ebenfalls die Lockerungen der Corona-Maßnahmen als Grund. „In Kombination führt das beides zu den steigenden Fallzahlen.
Aus diesem Grund kritisieren viele Experten die bevorstehenden Lockerungen, welche die Bundesländer ab dem 20. März teilweise umsetzen wollen.Generell gilt allerdings, dass die gegenwärtigen Infektionszahlen nicht mit denen von vor einem Jahr vergleichbar sind. Denn zum einen besteht in der Bevölkerung durch die Impfungen, Booster und durchgemachte Infektionen bereits ein gewisser Immunschutz. Zum anderen führt die Omikron-Variante zu milderen Verläufen.