Aus Protest gegen das Jobverbot für Frauen in Afghanistan stellen viele westliche NGOs und Staaten die Unterstützung ein. Warum das falsch ist.
Frauen in Afghanistan dürfen nicht mehr in NGOs arbeiten. Aus Protest gegen das Beschäftigungsverbot haben große Organisation wie Save the Children oder Care ihre Arbeit in dem Land eingestellt. Das Beschäftigungsverbot widerspreche ihren Prinzipien der Hilfe. Es steht auch quer zu einer feministischen Ausrichtung, mit der das Bundesentwicklungsministerium angetreten ist. Bis auf Weiteres hat das BMZ daher seine Unterstützung ausgesetzt.
Gerade jetzt Hilfsprogramme für Afghanistan zu stoppen wäre fatal. Das Land steht kurz vor einer Nahrungsmittelkrise. Käme es zu einer Hungersnot, wären sechs Millionen Menschen betroffen, allen voran Frauen. Hilfsorganisationen sollten jetzt nicht an Verhandlungstischen ihre Prinzipien und Strategiepapiere debattieren.
Ja, es ist wichtig, das Beschäftigungsverbot zu verurteilen. Vor allem aber sollte eins der elementaren Prinzipien humanitärer Hilfe gelten: Leiden zu lindern, unabhängig von politischen, militärischen oder sonstigen Zielen. Ärzte ohne Grenzen oder Islamic Relief haben sich entschlossen, weiterhin Gesundheitsversorgung zu leisten. Auf der Strecke bleiben Bildungs- und Entwicklungsprogramme.