Abgeschnitten von der Außenwelt: Polizei vermiest Tonialm-Wirt das Geschäft – „traut sich keiner durch“
Garmisch-Partenkirchen – Markus Lenzenhuber bedient sich markiger Worte. Aber klar: Ihm stinkt’s gewaltig. „Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen“, betont der Wirt der Tonialm in Garmisch-Partenkirchen. Wunderbar idyllisch liegt der Gasthof neben der Talstation der Alpspitzbahn. Von der Terrasse blickt man auf die Bergwelt. Nur: Dort sitzt niemand. Komplett leer – bei Traumwetter. „Wir haben so gut wie kein Geschäft mehr“, moniert er.
In der Theorie ist die Zufahrt zu Lenzenhubers Wirtschaft frei, es gibt nicht einmal Zufahrtskontrollen, nur in der Praxis sieht es oft anders aus. Gerade, wenn die Polizeikräfte die Kolonnen anrauschen, um verpflegt zu werden. „Dann stehen die Busse überall die Straße noch. Da traut sich keiner mehr durch“, kritisiert er.
Gespräche habe er schon früh mit der Polizei geführt. Stets hieß es: Wird alles kein Problem. Nur sieht es in der Realität nun anders aus. Das Geschäft ist komplett eingebrochen. „Das alles hemmt uns gewaltig.“ Lenzenhuber und sein Team erwischt es vor allem nicht nur ein paar Tage rund um den . „Die Aufbauten bei uns draußen gingen ja schon Anfang Juni los.“ Und die dauerhafte Polizeipräsenz schreckt die Gäste ab.Die Bayerische Zugspitzbahn habe ihre Gastronomie-Betriebe geschlossen. „Die können das schon tun, weil sie im Ort Parkplätze vermieten, andere Einnahmen haben.“ Er schaut mit dem Ofenrohr ins Gebirge. „Ich muss hoffen, dass ich diesen Monat zumindest auf die Hälfte des Umsatzes aus dem Vorjahr komme, und das trotzin 2021.
Die Polizei kann zu dieser Sache wenig sagen, geschweige denn akut etwas daran ändern. In der Pressestelle hat man durchaus Verständnis für die bescheidene Situation des Gastronomen. Aber ändern könne man nichts. „Es wär klar, dass es leider auch einige Härtefälle geben wird“, sagt ein Sprecher.