Psychiatrische Diagnosen werden bei Amoktaten ganz selbstverständlich genannt. Dabei erklärt die Nennung gar nichts – und führt zur Stigmatisierung. Ein Kommentar von lea_die_da.
Kreise auf dem Breitscheidplatz zeigen an, wo die Opfer der Amokfahrt vom 9. Juni lagen Foto: Fabrizio Bensch/reuters
In Bezug auf den Amokfahrer sagt er: „Es kann gut sein, dass das bei diesem Menschen der Fall war. Vermutlich fühlte er sich bedroht, wähnte sich auf der Flucht.“ Erinnern wir uns an den 29-Jährigen, der 2020 vor der Hamburger Synagoge einen jüdischen Studenten attackiert hat. „Die Staatsanwaltschaft ist sicher: Von Antisemitismus kann keine Rede sein“, hieß es bei Zeit Online. Der Angreifer wird als „paranoid schizophren“ charakterisiert, die Diagnose wird mit einer Selbstverständlichkeit genannt, als wüssten Leser:innen genau, mit wem sie es zu tun hätten.
Und zweitens wird nur ein Bruchteil der Psychoseerfahrenen gewalttätig. „Statistisch gesehen ist es so, dass Menschen mit Psychosen im Allgemeinen nicht gefährlicher sind als andere“, sagt Bock. „Es kann zu unkontrollierten Handlungen kommen und es kann passieren, dass diese gefährlich werden können. Wenn das vorkommt, dann aber häufiger im Nahbereich als in der Öffentlichkeit, also etwa in der Familie.
Stigmatisierung kann quälen. So sehr, dass der Psychiater, Nervenarzt und Wissenschaftspublizist Asmus Finzen sie „zweite Krankheit“ nennt, „weil die Leute unter der Diskriminierung sehr stark leiden und die Symptome der Diskriminierung eine sehr schwere Belastung für die Gesundheit sind“, wie er sagt. Er fügt hinzu: „Sie können auch depressive Reaktionen begünstigen.“
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