Nach einer erfolgreichen Militäraktion aserbaidschanischer Truppen dürfte die 2000-jährige armenische Siedlungsgeschichte in der Bergregion mit einer Vertreibung enden.
als das letztlich entscheidende Argument durchgesetzt: Alles spricht dafür, dass die international nicht anerkannte Republik Arzach in der überwiegend von Armeniern bewohnten, aber völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörenden Region Berg-Karabach im 32. Jahr ihres Bestehens verschwinden wird. Damit würde eine 2000 Jahre währende Siedlungsgeschichte ihr Ende nehmen.
„Es laufen zwar Verhandlungen unter russischer Vermittlung, doch von der aserbaidschanischen Regierung in Baku sind keine Zugeständnisse zu erwarten. Die mehr als 100.000 Armenier werden Berg-Karabach wohl verlassen müssen und in Armenien Zuflucht suchen“, sagte der Leiter des Regionalprogrammes Südkaukasus der Konrad-Adenauer-Stiftung, Stephan Malerius, unserer Redaktion. Das Misstrauen und der „blanke Hass“ zwischen beiden Seiten sei unüberwindbar.
Der Konflikt zwischen dem christlich geprägten Armenien und dem muslimischen Aserbaidschan, das traditionell von der Türkei unterstützt wird, hat tiefe Wurzeln. Im Jahr 1918, als sich Armenien und Aserbaidschan für unabhängig erklärten, erhoben beide Länder Anspruch auf Berg-Karabach: Es kam zur blutigen Auseinandersetzung. Nach dem Ende der Sowjetunion flackerten die Feindseligkeiten wieder auf.
Der aserbaidschanische Machthaber Ilham Aliyew kommt seinem Ziel näher, die komplette Region Berg-Karabach, die überwiegend von Armeniern bewohnt wird, zu kontrollieren.